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Renaturierung im großen Stil und in der Praxis: Vom Plan zum lebendigen Fluss am Beispiel Traun im Inneren Salzkammergut

Renaturierungen sind mehr als „Öko-Projekte“: sie stärken Biodiversität, reduzieren Hochwasserrisiken, verbessern Wasserqualität, erhöhen die Klimaresilienz der Landschaft und schaffen lokale Wertschöpfung.

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Renaturierung im großen Stil und in der Praxis: Vom Plan zum lebendigen Fluss am Beispiel Traun im Inneren Salzkammergut

Renaturierungen sind mehr als „Öko-Projekte“: sie stärken Biodiversität, reduzieren Hochwasserrisiken, verbessern Wasserqualität, erhöhen die Klimaresilienz der Landschaft und schaffen lokale Wertschöpfung.

Aufweitung bei der Kläranlage Bad Goisern – Obere Traun km 110

Derzeit werden vom Gewässerbezirk Gmunden sieben Abschnitte entlang der oberen Traun mit dem Ziel der gewässerökologischen Aufwertung bearbeitet. Ziel ist die Erreichung bzw. Erhaltung des guten ökologischen Zustands.

Die Maßnahmen umfassen den Einbau von zusätzlichen Strukturelementen wie z.B. Buhnen und eine Aufweitung des Hochwasserabflussprofils um durchschnittlich 50% um eine Annäherung an den natürlichen Gewässertyp zu ermöglichen. Der RHV Hallstättersee und die Marktgemeinde Bad Goisern ermöglichten durch die Inanspruchnahme ihrer Grundstücke die Planung für eine dementsprechende Umsetzung.

Laut Projekt wird in drei Bereichen (1x Linksufrig, 2x Rechtsufrig) das bestehende Ufer samt vorhandener Steinsicherung rückversetzt und der Abflussquerschnitt aufgeweitet.

·        Aufweitung rechtsufrig (flussab der ÖBB-Brücke) - Länge: 137 m - Aufweitung bis 8 m vom Bestandsufer
·        Aufweitung linksufrig - Länge: 68 m - Aufweitung bis 3 m vom Bestandsufer
·        Aufweitung rechtsufrig - Länge: 270 m - Aufweitung bis 20 m vom Bestandsufer

Gesamt werden ca. 8.000 m³ Erdreich weggebracht. Weiters wurden zwei, ca. 8 m in die Traun ragende Dreiecksbuhnen aus Wasserbausteinen (> 3 Tonnen) errichtet. In Summe wurden etwa 7000 m² neue Wasserfläche auf einer Flusslänge von ca. 470 m geschaffen. Die Bepflanzung mit ca. 1500 Stecklingen wurde auf Flächen des RHV Hallstättersee und der Marktgemeinde Bad Goisern umgesetzt und durch diese ermöglicht. Vorhandene Wurzelstöcke und Bäume wurden als Strukturen („Raubäume“) eingebaut, welche als neue Lebensräume dienen.

Um einen inhomogenen und somit natürlichen Abfluss zu ermöglichen wurden massive Steinstrukturen, sogenannte Buhnen, im Pralluferbereich situiert. Störsteingruppen und eine Niederwasserrinne diversifizieren zusätzlich das Strömungsbild.

Die Baumaßnahmen konnten unter größtmöglicher Schonung des Gewässers, ohne Komplikationen durchgeführt werden.

„Mein Dank gilt allen Beteiligten, die großartige Projekte wie dieses ermöglichen: angefangen bei den hochkompetenten Mitarbeiter:innen im Gewässerbezirk und in der Abteilung Wasserwirtschaft sowie bei der Marktgemeinde Bad Goisern am Hallstättersee und dem RHV Hallstättersee für die unkomplizierte Zusammenarbeit und die zur Verfügung gestellten Flächen. Weiters bedanke ich mich beim zuständigen Bundesministerium für die Förderung dieser wichtigen gewässerökologischen Maßnahmen“, so Landesrat Stefan Kaineder.

Die Projektskosten betragen rd. 920.000 € und wurden zu 100 % durch den Bund finanziert.

Fotos: Denise Stinglmayr
Bildrechte: Land OÖ

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